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Allgemein

"Leuvener Modell": ein Sammelbegriff, der vieles beinhaltet:

  • EU-Projekt zur Steigerung der Erziehungsqualität im Elementarbereich

    Teilnehmende Institutionen:
    BELGIEN: Centrum voor ErvaringsGericht Onderwijs, Kath. Universität Leuven
    DEUTSCHLAND: Berufskolleg des Kreises Heinsberg in Erkelenz
    ENGLAND: Worcester College of Higher Education, Worcester
    FRANKREICH: Centre de Formation Pédagogique de l'Aubépine, La Roche sur Yon
    GRIECHENLAND:  Edurit, Universitiy of Thessaloniki
    PORTUGAL: Unversidade do Minho, EC, Braga
  • pädagogischer Ansatz, entwickelt im Forschungsinstitut für erfahrungsorientierte Erziehung an der Kath. Universität Leuven in Belgien, CEGO (www.cego.be)

    "erfahrungsorientiert" ist hier als Erziehungshaltung zu verstehen. "Erfahrung" bedeutet hierbei nicht ein über Jahre zunehmendes Wissen, etwa wenn man sagt: "er/sie hat eine Menge Erfahrung auf diesem Gebiet". Erfahrung bezieht sich hier darauf, was sich im Menschen selbst abspielt in den Momenten, in denen er mit Dingen oder Personen in Kontakt ist, wenn er/sie sich in einer bestimmte Situation befindet. Die Gesamtheit der auch körperlich gespürten Bedeutung ist es, die hier mit "Erfahrung" bezeichnet wird. Ein "Erfahrungsstrom", der sich immer wieder verändert, in den Gedanken, Emotionen, Wünsche usw. ständig einfließen. Erfahrungsorientiertheit als Erziehungshaltung ist das Bestreben, diesen Erfahrungsstrom von Kindern zu rekonstruieren.

  • Beobachtungen, die nicht in erster Linie danach fragen, was Kinder können oder tun, sondern: fühlen sich die Kinder wohl und sind sie "mit Leib und Seele" bei der Sache.

    Die hierzu entwickelten Beobachtungsbögen wurden in erster Linie als Arbeitsgrundlage für Erzieher entwickelt.

  • "Wohlbefinden" und "Engagiertheit" als Anzeichen für die Qualität von Erziehungs- und Lernprozessen:

    Um die Qualität von Bildungsprozessen zu erkennen, schaut der erfahrungsorientierte Ansatz nicht in erster Linie nach den Rahmenbedingungen oder den Ergebnissen von Bildungs- und Lernprozessen, sondern nach der Qualität dieses Prozesses:

    Haben sie Freude am lernen, entdecken, erkunden? Fühlen sie sich wohl im Umgang mit Menschen und Dingen? Wohlbefinden ist verbunden mit Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Durchsetzungsvermögen.

    Wenn Kinder intensiv "bei der Sache" sind, innerlich aktiv beteiligt, mitdenken, eigenständig danach streben, zu neuen Erkenntnissen und Erfahrungen zu kommen, dann findet Weiterentwicklung statt.

    Wohlbefinden und Engagiertheit beleuchten das, was sich in den Kindern abspielt, während "sie sich bilden". Engagiertheit ist kein Persönlichkeitsmerkmal oder eine Fähigkeit, sondern beschreibt die Qualität des stattfindenden Bildungsprozesses. Sie ist ein Zustand, in dem Kinder sich befinden, wenn sie sich auf intensive Weise mit etwas auseinandersetzen.

    Wir bemerken dies an hoher Konzentration, wenn sie Raum und Zeit vergessen, in hohem Maße mental aktiv sind.

    Die enorme Genugtuung, die sie dabei erfahren, rührt aus ihrem Forschungsdrang: sie genießen es, die Wirklichkeit "in den Griff zu bekommen".

    Engagiertheit zeigt sich im schmalen Grad zwischen "schon können" und "noch nicht können". Kinder bewegen sich dabei bis an die Grenzen ihrer eigenen Möglichkeiten.

    Engagiertheit mit all seinen Merkmalen ist entscheidendes Kriterium für nachhaltiges und tiefgreifendes Lernen.

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Ziele und Einsatzbereiche

Ziele des EU-Projektes seit 1996 waren und sind vor allem:

  • Wie können wir Einsicht und Verständnis für die Qualität von Erziehung und Bildung erhalten?
  • Wie können wir Kindern dabei helfen, ihre entwicklungsmäßigen Möglichkeiten völlig auszuschöpfen?
  • Welchen Anteil haben daran Einrichtungen, die sich speziell der Erziehung und Bildung von zwei- bis siebenjährigen Kindern widmen?
  • Wie gut sind diese Einrichtungen in Europa?
  • Was können die einzelnen Länder voneinander lernen?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich das von der Europäischen Kommission geförderte Projekt "Improving Early Childhood Education's Quality". Ausbildungsstätten für Erzieherinnen und Erzieher bzw. Lehrerinnen und Lehrer aus sechs europäischen Ländern nahmen daran teil. Deutsche Partnerorganisation ist die Fachschule für Sozialpädagogik am Berufskolleg Erkelenz. Die bisher in Leuven erarbeiteten Materialien werden im jeweiligen Land daraufhin untersucht, wie weit sie übertragbar sind und mit welchen kulturspezifischen Aspekten sie bereichert werden können.



Einsatzbereiche des Leuvener Ansatzes:

Für Deutschland wurden Elemente und Materialien dieses Ansatzes vor allem für den Elementarbereich der drei- bis sechsjährigen Kinder übersetzt und in entsprechenden Einrichtungen erprobt und eingesetzt.

Vom Grundsatz her ist vieles aber auch übertragbar auf alle Altersstufen.

Vor allem in Belgien, den Niederlanden und in England wird damit sowohl bei jüngeren Kindern als auch in Grund- und weiterführenden Schulen gearbeitet sowie in der universitären Ausbildung und institutionellen Fortbildungen.

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Wie alles begann

Der erfahrungsorientierte Ansatz der Universität Leuven wurde bereits 1976 entwickelt von "12 enthusiastischen Kleuterschool-Lehrerinnen und Lehrern".

Durch seine praxisorientierte Forschung und Weiterentwicklung wuchs dieser innovative Ansatz zu einer einflussreichen Erziehungsrichtung in Flandern und in den Niederlanden.

Seit 1991 wird er zunehmend in internationalen Konferenzen und Seminaren bekannt und ist inzwischen in vielen Lšndern eingeführt als ein Instrument zur Einschätzung und Förderung der Qualität von Lern- und Bildungsprozessen.

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